Die Bundesbank ist eine Institution, in der Diskriminierung keinen Platz hat“, stellt der Bundesbankvorstand fest. Und was ist mit Thilo Sarrazin, der sich diskriminierend geäußert habe, wie seine Vorstandskollegen ebenfalls feststellen? Für ihn scheint noch Platz in der Bundesbank zu sein. Die Stellungnahme der Bundesbank ist peinlich.
Nach den jüngsten Gen-Äußerungen Sarrazins gab es nur einen konsequenten Beschluss: Raus mit dem Brandstifter, um weiteren Schaden von der Bundesbank und dem Land abzuwehren. Auch wenn die Unabhängigkeit der Notenbank den Rausschmiss schwierig und teuer macht, der Schaden, den die Institution durch den Verbleib des Provokateurs erleidet, ist allemal größer.
Warum hat die Bundesbank so hinhaltend entschieden und will erst das Gespräch mit Sarrazin suchen und dann weiter beraten? Weil sie glaubt, dadurch ihre Unabhängigkeit von der Politik unter Beweis stellen zu können? Das wäre ein jämmerliches Bild, in einer Situation, die klare Signale erfordert. Oder sympathisiert etwa jemand im Vorstand heimlich mit Sarrazin?

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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