Wenn Frankreich nicht wär, läg´s Saarland am Meer. Der Spruch ist nun überholt. Saarland wird eine Jamaika-Insel in der politisch zunehmend bunten Republik. Ein Signal, das über das kleine Flächenland ganz im Westen weit hinaus geht - auch wenn gerade die Grünen die Sache tiefer hängen wollen, um ihre bundesweit eher linke Stammwählerschaft nicht zu vergrätzen.
Es war abzusehen, dass die CDU von Wahlverlierer Peter Müller das "ambitionierte" Projekt locker durchwinken würde und die FDP des jungen, flexiblen Christoph Hartmann sowieso. Bei der CDU gab es ein bisschen Gegrummel wegen der künftig angegrünten Bildungspolitik, die ein fünftes Grundschuljahr vorsieht und eine "Gemeinschaftsschule" neben dem Gymnasium.
Das war´s auch schon. Logisch: Nur mit Jamaika kann die geschrumpfte Union am Drücker bleiben. Die Basis schien die vormals undenkbare Gelenkigkeit Müllers auf dem Öko-Hometrainer sogar zu bewundern. Aus dem Wahldekabel zauberte der Mann eine dritte Amtszeit. Das muss ihm erst einmal einer nachmachen.
Bei den Grünen ging es weniger glatt. Zwar hatten die Ökos vor vier Wochen mit großer Mehrheit für Jamaika und gegen Rot-Rot-Grün votiert, da die Inhalte stimmten und das bürgerliche Trio verlässlicher erschien. Doch Landeschef Hubert Ulrich, der Jamaika vorgeschlagen hatte, machte zwischenzeitlich gar keine gute Figur. Da ging es etwa um seinen Job bei einem FDP-Unternehmer, dessen mögliche Spenden an die Grünen und den Umgang mit internen Kritikern. Der Parteitag sagte den Jamaikastart zwar nicht ab, aber er verlief alles andere als glänzend.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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