Dass es rund geht in der Bundesregierung, das haben wir jetzt verstanden. Dass sich Schwarz und Gelb auch dann noch aufs Dümmlichste beharken, wenn es um runde Tische zu einem so ernsten Thema wie sexuellem Missbrauch geht - das allerdings war bei größtem Pessimismus nicht zu erwarten. Spätestens jetzt sollte sich die Kanzlerin das Präsidieren oberhalb der streitenden Parteien sparen, das sie offenbar unter Regieren versteht. Es ist Zeit, dass sie - um im Bild zu bleiben - endlich mal auf den Tisch haut.
Die Familienministerin warnt vor einseitiger Verurteilung der katholischen Kirche und meint, ohne es zu sagen, die Justizministerin. Die Justizministerin warnt vor Vernachlässigung der Opferperspektive und meint die Familienministerin, ohne es zu sagen. Und wie es so ist bei schwierigen Themen: Beide haben ein bisschen recht, schon weil sie Selbstverständlichkeiten verkünden.
Wer wirklich aufklären wollte, würde sich alle Perspektiven an einen Tisch holen, rund oder nicht. Und das lächerliche Pingpong der Parteien wäre wenigstens bei diesem Thema mal vergessen.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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