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Kommentar: Politische Quertreiber

Wer nach dem Boom des Glücksspiels fragt, bekommt oft eine Antwort: Gezockt wird heutzutage im Internet. Tatsächlich tauchen ständig neue Poker-Portale auf, die kräftig an der Spielsucht verdienen. Von Sebastian Amaral Anders

Wer nach dem Boom des Glücksspiels fragt, bekommt oft eine Antwort: Gezockt wird heutzutage im Internet. Tatsächlich tauchen ständig neue Poker-Portale auf, die kräftig an der Spielsucht vor allem junger Menschen verdienen. Und wer danach fragt, wie man dem illegalen Online-Gezocke Einhalt gebieten kann, erntet resigniertes Kopfschütteln. Wenn ein Anbieter seinen Sitz in Costa Rica hat, ist nicht viel zu machen, heißt es dann.

Dabei gibt es auch in Frankfurt einiges zu tun. In acht Jahren hat sich die Zahl der Spielhallen dort verdoppelt. Da verdient nicht irgendeine Briefkastenfirma in der Karibik mit, sondern die Kommune selbst. Und da Spielhallen nicht unter den Staatsvertrag fallen, der das Glücksspielmonopol der Bundesrepublik zuschreibt, ist es vor allem eine Frage des Bebauungsrechts, wenn in manchen Stadtteilen eine Spielhalle neben der anderen öffnet.

Während an jeder Lotto-Annahmestelle vor Spielsucht gewarnt wird, wächst in diesen Spielhallen eine neue Generation Abhängiger heran. Das redliche Bemühen der Beratungsstellen, die mit großem Einsatz an jedem Einzelfall arbeiten, wird so politisch konterkariert. F7

Autor:  Sebastian Amaral Anders
Datum:  15 | 1 | 2010
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