Am 13. August 1999 ist die alte Bundesrepublik zu Ende gegangen. Denn an diesem Tag ist der Mann gestorben, der der anfangs unsicheren, später sich ihrer Erinnerungskultur aufrichtig versichernden Nachkriegsgesellschaft immer ein Korrektiv gewesen ist: Nach Ignatz Bubis würde es anders sein in diesem Land. Das spürte das Land, das wusste der Zentralrat der Juden.
Als moralische Instanz allein wollte man sich nicht länger vereinnahmen lassen. Bubis´ Nachfolger Paul Spiegel ließ keinen Zweifel aufkommen: Nach dem Fall der Mauer sollte sich der Zentralrat vor allem um die Integration der aus Osteuropa kommenden Menschen kümmern.
In diesem Bereich scheint in den Amtsjahren Charlotte Knoblochs manches liegen geblieben zu sein. Sonst hätte sich knapp ein Jahr vor der Wahl des nächsten Präsidenten nicht Widerstand geregt, hätte es das Drängen auf einen Generationswechsel an der Spitze des Zentralrats nicht gegeben. In Dieter Graumann könnte es nun einen pragmatischen Manager geben. Ein Intellektueller wie Salomon Korn würde auch guttun. Vor allem der Republik.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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