Immerhin hat sie Wort gehalten. Die Bundesregierung will künftig etwa 500 Soldaten weniger als bisher in den Afghanistaneinsatz schicken. Nur noch 4900 sollen es vom kommenden Jahr an sein, nur noch 4400 vom Jahr 2013 an. Es sind durchaus imposante Zahlen – verglichen vor allem damit, dass die Zahl der deutschen Soldaten in Afghanistan in den vergangenen zehn Jahren immer nur gestiegen ist. Es sind auch Zahlen, die es der Opposition – mit Ausnahme natürlich der Linken – sehr schwer machen werden, der Fortführung des Einsatzes im Bundestag nicht zuzustimmen. Es sind aber eben auch Zahlen, die erwartbar waren. Denn soll – wie vereinbart – der internationale Kampfeinsatz in Afghanistan Ende 2014 auslaufen, dann muss mit der Reduzierung der Truppe auch irgendwann einmal begonnen werden.
Nichts aber sagen diese Zahlen, die sich innenpolitisch gut vermarkten lassen werden, über die Zukunft Afghanistans aus. Es ist ja nicht so, als wäre die geplante Reduzierung einer erheblichen Verbesserung der Lage in dem Land geschuldet. Die Deutschen sind den Afghanistankrieg leid, die Regierung folgt diesem Gefühl. Und erst recht nicht verraten diese Zahlen, dass Deutschland auch nach 2015 massiv in Afghanistan engagiert bleiben muss. Um zu verhindern, dass dort der Bürgerkrieg ausbricht. Das soll dann mit nichtmilitärischen Mitteln geschehen. Nur wie das gehen soll, hat die Bundesregierung noch nicht gesagt.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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