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12. November 2012

Kommentar: Roth versucht die Flucht nach vorn

 Von Thorsten Knuf
Claudia Roth versucht die Flucht nach vorn. Foto: dapd

Claudia Roth will es nochmal wissen. Sie kandidiert wieder für den Parteivorsitz. Gut möglich, dass sie ein ordentliches, vielleicht sogar ein sehr gutes Ergebnis einfährt.

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Claudia Roth will es also noch einmal wissen. Die Grünen-Mitglieder haben ihre Vorsitzende bei der Urwahl gerade bis auf die Knochen blamiert. Sie trauen ihr nicht zu, die Partei als Spitzenkandidatin in den kommenden Bundestagswahlkampf zu führen. Roth hat das ganze Wochenende mit sich gerungen, ob sie beim bevorstehenden Parteitag in Hannover noch einmal für den Grünen-Vorsitz kandidiert. Nun steht fest: Sie wagt es, sie tritt an. Sie versucht die Flucht nach vorn.

Die grüne Basis ist unberechenbar. Grüne Parteitage sind es auch. Gut möglich, dass Roth bei der Bundesdelegiertenkonferenz am kommenden Sonnabend ein ordentliches, vielleicht sogar ein sehr gutes Ergebnis einfährt. Vielleicht ticken die Parteitags-Delegierten ganz anders als die Basis-Mitglieder.

Die grüne Partei hat im vergangenen Jahr tausende neue Mitglieder gewonnen. Bei den Delegierten handelt es sich hingegen in der Regel um langjährige Aktivisten. Vielleicht heben die in Hannover noch einmal in großer Mehrzahl die Hand für Claudia Roth. Aus alter Verbundenheit oder weil sie der Ansicht sind, dass der Parteivorsitz und die Spitzenkandidatur zwei verschiedene Dinge sind. Oder weil sie meinen, dass es im Moment keine überzeugende Alternative für die linke Frontfrau gibt und sich die Partei weitere Machtkämpfe derzeit nicht leisten kann.

Doch selbst wenn Roth mit einem guten Ergebnis wiedergewählt werden sollte: Sie würde dann künftig nur noch formal die Nummer eins in der Partei sein. An Fraktionschef Jürgen Trittin kommt sie nicht mehr vorbei, der ist seit seinem überwältigenden Sieg bei der Urwahl der heimliche Vorsitzende. Und bei den Frauen ist jetzt Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt vom Realo-Flügel vorn. Mehr als Schadensbegrenzung ist für Claudia Roth wohl nicht mehr drin.

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