Die Energiewende wird von der Regierung so schlecht und einseitig umgesetzt, dass von Sabotage zu sprechen ist. Der Industrie werden riesige Nachlässe von der Ökostrom-Abgabe und den Nutzungsentgelten für Stromnetze gewährt. Die bessere Förderung der energetischen Gebäude-Sanierung hingegen versandet, weil die Länder blockieren und der Bund nicht mehr Geld gibt. Nun zeigt sich, dass den Stromkonzernen durch ein vermutlich absichtliches, zumindest fahrlässiges Versäumnis der Regierung bei der Beaufsichtigung der Strom- und Gasnetze Milliarden zugeschanzt werden.
Die Industrie-Lobby hat es geschafft, mit der unsinnigen Behauptung Panik zu schüren, die Abwanderung der energieintensiven Betriebe stehe kurz bevor. Zur Beruhigung wurde die Großindustrie mit den vielen Vergünstigungen bedacht. Die geringfügigen, durch den Atomausstieg verursachten Preissteigerungen wurden mehr als ausgeglichen. Die Bosse von Stahlhütten und Chemieparks lachen sich ins Fäustchen.
Leidtragende sind Privathaushalte und Gewerbe. Ihre Belastung durch die Energiewende steigt im gleichen Maß, wie sie für die Bevorzugten sinkt. Je teurer sie kommt, desto weniger wird aber die Energiewende von der Bevölkerung unterstützt werden. Doch vielleicht geht es den Ewiggestrigen unter den Schwarz-Gelben genau darum.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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