War das nun ein guter Tag für Walter Mixa und die katholische Kirche? Der inzwischen zurückgetretene Bischof von Augsburg wird nicht länger des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verdächtigt. Die schlimmsten Vorwürfe haben sich nicht bestätigt. Unter den Tätern, die in Einrichtungen der Kirche Kindern sexuelle Gewalt zufügten, ist bislang kein deutscher Bischof.
Doch was am Freitag über das Verhalten Mixas im Kinderheim in Schrobenhausen bekanntwurde, lässt einem vor Entsetzen den Atem stocken.
Regelmäßige Prügelorgien mit Fäusten, Stöcken und Gürteln - der Mann, der sich selbst ein "reines Herz" bescheinigte, entpuppt sich als Sadist in Soutane. Dass er auch noch meinte, den Waisenkindern damit "den Satan" auszutreiben, sagt einiges über den Geisteszustand dieses Gewalttäters aus.
Und dass ein solcher Mann einen der zentralen Führungsposten in der deutschen katholischen Kirche erhielt, sagt einiges über den Zustand der Kirche aus. Hat keiner gewusst, wen man da beförderte? Zumindest hat es keiner wissen wollen. Hier haben mehr versagt als Bischof Mixa.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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