Der Saubermann, der den Franzosen eine vorbildliche Republik verheißen hat, stapft durch den Skandalsumpf. Waren es bisher Minister und Staatssekretäre, die öffentliche und private Interessen durcheinanderbrachten und in Krisenzeiten im Luxus schwelgten, so ist nun der Staatschef selbst in Verruf geraten. Nicolas Sarkozy soll von der L´Oreal-Erbin Liliane Bettencourt, der als Steuerflüchtige überführten, reichsten Frau Frankreichs, 150.000 Euro Wahlkampfhilfe erhalten haben. Erlaubt sind 7500 Euro.
Gewiss, das sind bisher nur Vorwürfe, die Sarkozy empört zurückweist. Auch hat der Präsident zwei Staatssekretäre, die sich besonders dreist bedient hatten, zum Rücktritt gedrängt. In einer Fernsehansprache will er um Vertrauen werben. Doch der Schaden ist bereits immens, der Eindruck, dass die politischen Sitten verlottern, so schnell nicht aus der Welt zu schaffen. Was passieren kann, wenn der kleine Mann "die da oben" für verkommen hält, haben die Präsidentschaftswahlen 2002 gezeigt, als der Rechtsradikale Jean-Marie Le Pen triumphierend in die Stichwahl einzog.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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