Liebe selbst ernannte Linke, Linksradikale, Linksautonome! Bei aller Liebe: Lasst den Quatsch. Es mag politisch motivierte Vergehen geben, die sich als ziviler Ungehorsam gerade noch rechtfertigen lassen, Castor-Blockaden, das Hacken rechtsextremer Internet-Foren, Widerstand gegen die Staatsgewalt, wenn sie auszuufern droht. Das Anzünden von Autos gleich welcher Klasse gehört ebenso eindeutig nicht dazu wie Tätlichkeiten gegen Polizisten und Gewalt gegen Andersdenkende - muss man Euch das eigentlich immer wieder aufs Neue erklären?
Pseudorevolutionäre Dumpfheiten schaden der Sache. Sie bringen Unbeteiligte in Gefahr. Sie diskreditieren jeden Versuch, Alternativen zum herrschenden Wirtschaftssystem zu entwickeln. Sie liefern den Rechtsextremen Munition, zu deren erklärter Strategie es gehört, unter Hinweis auf angebliche Ausländer- und linksextremistische Kriminalität von sich abzulenken - obwohl sie mehr als doppelt so viele Straftaten begehen wie Ihr. Und sie bestätigen das Zerrbild der Extremismustheoretiker, die rechten wie linken Radikalismus als gleichermaßen randständige und einander verstärkende Phänomene darstellen.
Ja, es ist schwer erträglich, dass manche Menschen sich groteske Geländewagen leisten mit Benzinkosten, die eine Hartz-IV-Familie ernähren würden. Ja, es ist lästig, dass auch Rassisten und Antisemiten ein Demonstrationsrecht haben. Ja, die Bundeswehr befindet sich in Afghanistan in einem Krieg, das muss man nicht gut finden. Aber wer glaubt, dass Gewalttaten daran irgend etwas verändern, dass Aggression die Welt besser macht, der hat nichts kapiert.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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