Akteneinsicht ist Bürgerrecht! Fast 20 Jahre ist es her, dass ostdeutsche Bürgerrechtler dafür sogar in den Hungerstreik traten - und dafür sorgten, dass wichtiges Wissen über ihren untergehenden Staat weder im Reißwolf noch in Geheim-Archiven verschwinden konnte. Der Aktenbestand der DDR ist seitdem weitgehend zugänglich. In dem der alten Bundesrepublik hingegen klaffen etliche dunkle Löcher. Und nach dem Willen von Innenminister Schäuble soll das offenbar auch so bleiben.
Auch nach 30-jähriger Sperrfrist sollen geheime Verschlusssachen selbst für Historiker tabu bleiben. Nur warum die Geheimniskrämerei? Aus Sicherheitsgründen? Dann wären etwa die Schweiz oder die USA, in denen der Zugang zu einstigen Staatsgeheimnissen demokratische Selbstverständlichkeit ist, Gefahrenhorte. Sind sie aber nicht. Nein, das vereinte Deutschland spielt in Sachen Transparenz Entwicklungsland. Wer aber staatliches Handeln mit einem "VS-Vertraulich" vor der Öffentlichkeit versteckt, schafft das Gegenteil von Vertrauen. Er provoziert allein die Frage: Wer hat da was zu verbergen?

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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