Das staatliche Gewaltmonopol gehört zu den Grundlagen des Rechtsstaats. Niemand darf einem Land widersprechen, dass dieses Gewaltmonopol für seine Polizei und Armee beansprucht. Nicht einmal in Afghanistan, obwohl dort Staatstheorie und Lebenspraxis himmelweit auseinanderliegen. Schockiert sind die USA daher von der gesetzten Vier-Monats-Frist für die Auflösung aller privaten Sicherheitsfirmen, nicht von der Forderung. Vielleicht, weil ihre Armee ohne Dienstleister längst nicht mehr funktioniert.
Aber auch Afghanistan funktioniert nicht, noch nicht, ohne die privaten Bewacher von Straßen und Transporten, Kliniken und Hilfsorganisationen. Es fehlen Soldaten und Polizisten. Es fehlt auch eine Perspektive für die afghanischen Besitzer diverser Firmen − oder Privatarmeen −, die gut verdienen an diesem Milliardengeschäft. Karsai weiß das, zwei seiner Cousins sind groß im Business. Die Zukunft Afghanistans ist durch das Dekret des Präsidenten nicht eben klarer geworden. Eines aber ist sicher: Private Sicherheitsfirmen wird es auch in vier Monaten noch geben. Mal sehen, wem sie gehören.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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