Die Verhaftung der drei BND-Leute im Kosovo mag nicht zum ganz großen Skandal taugen, weil die erhobenen Vorwürfe abstrus anmuten. Dennoch wirft sie ein grelles Licht auf die Zustände auf dem Balkan, zehn Jahre nach Ende des Kosovokriegs.
Es stellen sich zwei Fragen: Weshalb trauen die dortigen Behörden es (ausgerechnet) deutschen Geheimagenten zu, (ausgerechnet) die EU-Mission in Pristina zu bombardieren?Schließlich unterstützt Deutschland das Kosovo wie fast kein zweites Land und engagiert sich stark für die EU-Mission. Wieso stellen sich diese Taschenwesten-James-Bonds so tölpelhaft an, dass sie sich überhaupt dem Verdacht aussetzen, an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein?
Es ist fraglich, ob diese Fragen je öffentlich beantwortet werden. Klar ist, dass das Kosovo nicht anders kann, als die Vorwürfe gründlich zu untersuchen, sonst würde sich die Regierung schnell den Vorwurf einhandeln, sich dem Druck aus Berlin gebeugt zu haben. Für die drei verdeckten Ermittler bedeutet das: Auf dem kurzen Dienstweg wird es keine Lösung geben. Sie bleiben erst mal in Haft.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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