Aktuell: Berlinale 2016 | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main | Wintersport
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

16. Dezember 2012

Kommentar: Schöner abschrecken!

 Von André Mielke
In Zukunft werden möglicherweise abschreckende Fotos auf Zigarettenpackungen aufgedruckt sein.  Foto: dpa

Die EU-Kommission will abschreckende Fotos auf Zigarettenpackungen. Aber hilft es wirklich, durch Tabakkonsum ruinierte Körperteile abzubilden?

Drucken per Mail

Drei Viertel jeder Zigarettenschachtel sollen künftig mit schockierenden Fotos und Warnungen bedruckt werden. Das will die EU-Kommission am Mittwoch beschließen. Sogar jeder zweite Raucher spricht sich laut einer Emnid-Umfrage dafür aus, wünscht also, stärker abgeschreckt zu werden. Aber hilft es wirklich, durch Tabakkonsum ruinierte Körperteile abzubilden – also Veränderungen, die der Nikotinabhängige auch an sich selbst beobachten kann und das sogar in 3D? Oder sollte man nicht besser zu wirklich erschütternden Fotodokumenten greifen, etwa vom aktuellen Zeitplan des Berliner Großflughafens oder von einem S-Bahn-Triebwagen, der gegen eine ausgewachsene Schneeflocke und ihre kleine Schwester ums Überleben kämpft? Der Hinweis „Rauchen macht Krebs“ wirkte gewiss kraftvoller, ergänzte man ihn durch die Gimmick-Aktion: „In jeder zehnten Schachtel liegt eine Gewebeprobe“. Zudem wären die Verpackungen durch explizite Gruselmotive so jugendgefährdend, dass sie nur noch – neben Horrorfilmen und Pornos – in abgetrennten Räumen ausgestellt beziehungsweise nach 22 Uhr verkauft werden dürften. Andernfalls könnten sich zu viele Minderjährige dafür interessieren, schon wegen der tollen Sammelbilder. Auf den Schulhöfen wäre dann zu hören: „Ich habe schon drei Raucherbeine, den Zahnfleischschwund und eine Teerlunge. Jetzt fehlt mir nur noch die erektile Dysfunktion.“

[ Testen Sie die Frankfurter Rundschau zwei Wochen lang - kostenlos und ohne Risiko. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Berlinale

Das Lied vom Tode des Kinos

Von  |
George Clooney auf der Berlinale: Die Filmszene feiert gegen den Abgesang aufs Kino an.

Immer mehr Menschen schauen Filme auf dem Smartphone. Das verändert nicht nur die Sehgewohnheiten, sondern die gesamte Nahrungskette der Branche. Der Leitartikel.  Mehr...

Leitartikel

Wen Deutschland zuerst integrieren muss

Privatschulen sind nicht so verbreitet wie in den USA, aber unser mehrgliedriges Schulsystem ist trennend genug.

Die Flüchtlingskrise zeigt, wie gespalten Deutschland ist. Es gibt kaum noch Institutionen, die den gesellschaftlichen Dialog organisieren. Das muss sich ändern. Der Leitartikel. Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung