Aktuell: Tugce-Prozess | FR-ArbeitsmarktindeX FRAX | Schwerpunkt "Arbeit - unsere Religion" | Kriegsende 1945 | Regionale Startseite

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

16. Dezember 2012

Kommentar: Schöner abschrecken!

 Von André Mielke
In Zukunft werden möglicherweise abschreckende Fotos auf Zigarettenpackungen aufgedruckt sein.  Foto: dpa

Die EU-Kommission will abschreckende Fotos auf Zigarettenpackungen. Aber hilft es wirklich, durch Tabakkonsum ruinierte Körperteile abzubilden?

Drucken per Mail

Drei Viertel jeder Zigarettenschachtel sollen künftig mit schockierenden Fotos und Warnungen bedruckt werden. Das will die EU-Kommission am Mittwoch beschließen. Sogar jeder zweite Raucher spricht sich laut einer Emnid-Umfrage dafür aus, wünscht also, stärker abgeschreckt zu werden. Aber hilft es wirklich, durch Tabakkonsum ruinierte Körperteile abzubilden – also Veränderungen, die der Nikotinabhängige auch an sich selbst beobachten kann und das sogar in 3D? Oder sollte man nicht besser zu wirklich erschütternden Fotodokumenten greifen, etwa vom aktuellen Zeitplan des Berliner Großflughafens oder von einem S-Bahn-Triebwagen, der gegen eine ausgewachsene Schneeflocke und ihre kleine Schwester ums Überleben kämpft? Der Hinweis „Rauchen macht Krebs“ wirkte gewiss kraftvoller, ergänzte man ihn durch die Gimmick-Aktion: „In jeder zehnten Schachtel liegt eine Gewebeprobe“. Zudem wären die Verpackungen durch explizite Gruselmotive so jugendgefährdend, dass sie nur noch – neben Horrorfilmen und Pornos – in abgetrennten Räumen ausgestellt beziehungsweise nach 22 Uhr verkauft werden dürften. Andernfalls könnten sich zu viele Minderjährige dafür interessieren, schon wegen der tollen Sammelbilder. Auf den Schulhöfen wäre dann zu hören: „Ich habe schon drei Raucherbeine, den Zahnfleischschwund und eine Teerlunge. Jetzt fehlt mir nur noch die erektile Dysfunktion.“

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus
Anzeige

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Odenwaldschule

Missbrauch ohne Ende

Von  |
Die Odenwaldschule muss schließen, die Finanzierung für das umstrittene Institut ist nicht mehr sichergestellt-

Das Aus für die Odenwaldschule ist ohne Alternative für eine Institution, die zur Täterorganisation geworden ist. Aber zum Jubeln gibt es keinen Anlass – die Gefahr besteht weiter. Der Leitartikel. Mehr...

NSA-Affäre

Die Lügen der Lauscher

Unter Druck: Gerhard Schindler, Präsident des Bundesnachrichtendienstes.

Der BND-Präsident ist nicht zu halten. Aber ein Rücktritt reicht nicht. Denn eins ist gewiss: Nach dem Skandal ist vor dem Skandal. Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung