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Kommentar: Späte Einsicht

Also doch kein buddhistisches Hospiz in Bad Soden. Kurz vor der endgültigen Entscheidung haben die Fraktionen kalte Füße bekommen. Von Andrea Rost

Andrea Rost ist Mitarbeiterin der FR in Hofheim.
Andrea Rost ist Mitarbeiterin der FR in Hofheim.
Foto: FR/Fickert

Also doch kein Hospiz! Ein Sterbehaus buddhistischer Prägung sei gesellschaftlich nicht durchsetzbar in Bad Soden, sagen CDU, SPD und Grüne. Kurz vor der endgültigen Entscheidung haben die drei Fraktionen kalte Füße bekommen, wollen das Projekt nun doch nicht verwirklichen. Die Sondersitzung im Parlament ist abgesagt, die Magistratsvorlage zum Erbbaurechtsvertrag wird zurückgezogen.

Die Einsicht kommt spät. Schließlich war von Anfang an klar, dass das "buddhistische Hospiz" im bürgerlichen Bad Soden mit viel Skepsis betrachtet wird. Dass eine Kooperation zwischen Kirchen und Hospiz sich kaum verwirklichen lässt, weil es beide Dekane waren, die eine solche Zusammenarbeit von vornherein in Frage stellten.

Warum also Diskussionen über fast zwei Jahre, dutzende Informationsveranstaltungen, Leserbriefkampagnen im örtlichen Blättchen und politisches Gerangel? Vielleicht, weil das Projekt von Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) favorisiert wurde und die Mehrheitsfraktion ihrem Verwaltungschef ungern widersprechen mochte? Die Christdemokraten wollen das nicht bestätigen. Ein schaler Nachgeschmack bleibt.

Autor:  Andrea Rost
Datum:  16 | 3 | 2010
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