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Kommentar: Späte Einsicht im Falle Opel

Durch das Geschacher um Bürgschaften hat Opel weiter Marktanteile verloren. Das Autogeschäft hat viel mit Image zu tun. Die GM-Manager müssten das eigentlich wissen. Von Frank-Thomas Wenzel

Frank-Thomas Wenzel ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Frank-Thomas Wenzel ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Die Manager in Detroit sind doch lernfähig. Sie ziehen die Bürgschaftsanträge für Opel zurück. Das ist gut so, kommt aber reichlich spät. Spätestens bei der Vorlage der Zahlen fürs erste Quartal war klar, dass die Tochter in Rüsselsheim keine Hilfe mehr braucht. Der Konzern hat im ersten Quartal 865 Millionen Dollar verdient. Aus dem Fall Opel, der beinahe zum Untergang des Autobauers führte, ist eine ganz normale Sanierung geworden.

Die GM-Manager hatten schon Ende 2009 erkannt, wie wichtig Opel für den Konzern ist, vor allem für die Entwicklung von Autos mit neuen Antrieben. Deshalb haben sie seinerzeit den Verkauf von Opel an den Zulieferer Magna abgeblasen.

Schon damals wäre es konsequent gewesen, Bürgschaftsanträge zurückzuziehen, denn schon damals zeichnete sich ab, dass GM nach der Sanierung in den USA und Entschuldung durch den US-Staat wieder in die schwarzen Zahlen fährt. Die Verhandlungen über die Bürgschaften in Europa waren nur der Versuch, die Kosten für Kredite zu verringern. Das sind zwar auch stolze 200 bis 300 Millionen Euro. Aber eben nicht mehr.

Es ging nicht um die Zukunft von zwei oder gar drei der vier Werke in Deutschland, obwohl Gewerkschafter das immer behauptet haben. Der Autobauer braucht einstweilen seine vier deutschen Standorte. Ob sie auf Dauer Bestand haben, hängt davon ab, wie gut sich Astra, Meriva und Co. verkaufen. Darum muss sich jetzt das Management kümmern. Durch das Geschacher um Bürgschaften hat Opel weiter Marktanteile verloren. Das Autogeschäft hat viel mit Image zu tun. Die GM-Manager müssten das eigentlich wissen.

Autor:  Frank-Thomas Wenzel
Datum:  17 | 6 | 2010
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