Sicherheitsmängel, schlecht ausgebildetes Wachpersonal – der erste Untersuchungsbericht über die Umstände der Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi ist vernichtend. Vier Amerikaner, unter ihnen US-Botschafter Chris Stevens, starben am 11. September. Ihr Tod hätte womöglich verhindert werden können, wenn das US-Außenministerium Forderungen, den Schutz der diplomatischen Vertretung zu verstärken, nicht einfach ignoriert hätte. Vier hochrangige Beamte von Außenministerin Hillary Clinton haben inzwischen ihren Dienst quittiert oder sind suspendiert worden.
Die Rücktritte mögen gerechtfertigt sein. Sie ändern aber nichts an einem grundsätzlichen Missstand. Das Außenministerium hat zu wenig Geld. Das führt – wie am Beispiel des Konsulats in Bengasi ersichtlich – zu Einsparungen am falschen Ende.
Im Grunde ist es ganz einfach: Sollte dem US-Kongress an der Sicherheit der amerikanischen Diplomaten gelegen sein, dann muss er mehr Geld bereitstellen. Das geht vor allem an die Adresse der Republikaner im Kongress, die sich in der Vergangenheit wenig spendabel gezeigt haben. Aber sie waren auch damit beschäftigt, einen Skandal aus der Frage zu konstruieren, ob die Attacke von Bengasi spontan aus einer Demonstration heraus entstand oder von Terroristen gezielt geplant wurde. Das war bizarr.
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