Eigentlich wäre es ja keine Meldung wert. Da es aber auch in Familien nicht immer harmonisch zugeht, na denn: Die Spitzen von CDU und CSU haben sich auf ein gemeinsames Steuerkonzept für die Zeit nach der Bundestagswahl verständigt; im Grundsatz, weitgehend; hier und da könne sich noch etwas ändern, ist zu hören.
Was genau drin steht? Diese Frage dürfte noch länger unbeantwortet bleiben als bis zum 28. Juni, wenn die Unionsschwestern ihre Programm-Plattform für die nächsten vier Jahre präsentieren wollen. Warum sollte man auch deutlich(er) werden? Damit der rote Noch-Partner und Hauptkonkurrent Stichworte oder gar Kampfmunition geliefert bekommt? Damit der blaugelbe Wunsch-Mitregierer zusätzlich Gelegenheit erhält, sich als steuerpolitischer Oberlehrer aufzuspielen und über die Hasenfüßigkeit der Schwarzen zu mosern?
Die Union wird sich nicht konkreter festlegen. In Zeiten, da Prognosen kaum noch taugen, erscheint das vertretbar. Und wer unverbindlich bleibt, kann umso besser die Differenzen im eigenen Lager verdecken.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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