Die Sorge war unbegründet: Weil die auf Bachelor und Master umgestellten Studiengänge den Unibetrieb verschulen, bleibe Studierenden kaum noch Zeit für politisches Engagement, fürchtete man im Asta - in Frankfurt und anderswo. Es stimmt nicht, und das ist so gut wie beunruhigend. Tausende Studierende sind in Hessen auf die Straße gegangen, sie haben mit Schülern und Lehrlingen demonstriert: gegen die massiven Kürzungen durch den Hochschulpakt und gegen das Sparpaket der Bundesregierung. Auf keinen Fall, so die einhellige Meinung, dürfe Geld für Bildung auf Kosten von Bedürftigen bereitgestellt werden. Von Protestmüdigkeit keine Spur.
Es ist gut, dass sich Viele wehren gegen die Einschnitte. Und es ist schlimm, dass es nötig ist, immer und immer wieder. Über Monate und Jahre sind nun schon die gelben T-Shirts des Bildungsstreiks in den Straßen präsent. Zurecht sind junge Menschen hochgradig irritiert darüber, von der Politik nur als nerviger Kostenfaktor wahrgenommen zu werden. Sollte Hessen nicht mal Bildungsland heißen? Davon kann keine Rede mehr sein. Die Proteste werden weitergehen. Gut. Und schlimm.