Wie kommt denn das rüber, die Hochhausstadt geht den Hochhäusern an der Kragen. Bei der Wohnsiedlung Im Mainfeld hat es angefangen, jetzt hat der Planungsdezernent das ungeliebte, 19 Stockwerke hohe Schwesternwohnheim des Hospitals zum Heiligen Geist hinter dem Literaturhaus auf dem Kieker. Erstaunliche Entwicklung.
Die obere Hälfte des unansehnlichen aber voll bewohnten Betonklotzes abzutragen und nebenan wieder aufzubauen, das wäre sicher ein Gewinn für den Mainprospekt, dessen Bild laut einer Gestaltungssatzung wieder der verlorenen Zeit des "weißen Klassizismus" näherkommen soll. Es sind ja derartige Bausünden der Wiederaufbau-Jahrzehnte, die das Stadtbild zerstört haben. Andererseits bietet das Haus, wie auch die Riegel Im Mainfeld, bezahlbaren Wohnraum und eine soziale Nachbarschaft, die aufzusprengen der Einfühlsamkeit bedarf. Neubauten sind immer teurer zu mieten und werden selten von denen bezogen, die das Abbruchhaus verlassen mussten. Anzunehmen, dass das Wohnheim nicht mehr viele Jahre so dasteht. Wie man dennoch die Bewohner hält, könnte ein Frankfurter Modellprojekt werden. F7