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Kommentar: Taxi in der Krise

Der neue Taxitarif bietet keinen Anlass, der Branche mangelnden Service vorzuwerfen. Die Fahrer sind Menschen wie wir - die meisten anständig. Das sagt FR-Redakteur Martin Müller-Bialon. Und was sagen Sie?

Martin Müller-Bialon ist Lokalredakteur der Frankfurter Rundschau.
Martin Müller-Bialon ist Lokalredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Als Beispiel für die angebliche Service-Wüste Deutschland werden die Taxifahrer gerne herangezogen. Sie können kein Deutsch, kennen ihre Stadt nicht und geben auch noch patzige Antworten, wenn man sich beschwert. Kann sein, dass es solche Leute gibt. Es gibt aber eben auch viele Leute, die gern meckern.

Eins ist jedenfalls sicher: Die Taxi-Branche steckt in einer tiefen Krise. Renditemöglichkeiten wie es sie in den 80er Jahren gab, sind passé. Seit langem sind Betriebe nur noch mit höchstem Einsatz der Fahrer rentabel zu führen. Schichten von zwölf Stunden und mehr gelten ebenso als normal wie Stundenlöhne von unter zehn Euro. Eine bedenkliche Entwicklung, wenn man weiß, dass immer noch die meisten der Betriebe Ein-Mann-Unternehmen sind.

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Über die jetzt beschlossene Preiserhöhung muss man sich deshalb nicht freuen. Die Branche vollzieht das, was Bahn und RMV vorgemacht haben. Ebenso wenig aber bietet der neue Tarif Anlass, der Branche pauschal mangelnde Serviceorientierung vorzuwerfen. Ordnungsdezernent Volker Stein hat sich hier bei einigen öffentlich inszenierten Aktionen nicht sehr fair verhalten. Taxifahrer sind Menschen wie wir - die meisten sind anständig.

Autor:  MARTIN MÜLLER-BIALON
Datum:  27 | 8 | 2008
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