Die gute Nachricht zuerst: Rainer Brüderle hat einen Tag lang geschwiegen. Oder zumindest nichts gesagt, was es als Sommerloch-Füller auf den Boulevard geschafft hätte. Die schlechte Nachricht folgt: Anstelle des fabulierenden Wirtschaftsministers hat der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion mit Bild gesprochen. Paul Friedhoff fordert dort, Flüge bis 1000 Kilometer von der Ticketsteuer auszunehmen, um Wettbewerbsverzerrung zugunsten von Bahn oder Auto zu verhindern.
Hier will einer den Irrflug von Schwarz-Gelb bei der Ticketsteuer ins Aberwitzige drehen. Die Abgabe war zwar mit einer ökologischen Lenkungswirkung begründet, aber ausgerechnet für Kurzstreckenflüge nur halb so hoch veranschlagt worden wie für lange Distanzen. Dabei ist klar, dass es gerade für Kurzstrecken klimafreundliche Alternativen wie die Bahn gibt. Die sind nur relativ teuer, weil Inlandsflüge mangels Kerosinsteuer unfassbar billig sind.
Diese Wettbewerbsverzerrung irritiert Friedhoff offenbar nicht. Und gewiss sind hierzu auch von Brüderle keine hochfliegenden Zwischenrufe zu erwarten.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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