Weg mit dem Dreck! Gesetzesdämme gegen all die Widerwärtigkeit im grenzenlosen Netz! Schluss mit dem brutalen Milliarden-Geschäft! Gibt es jemand, der Ursula von der Leyen nicht zustimmt, wenn die jetzt kraft Gesetzesmacht das Internet säubern will von Kinderpornografie? Das Anliegen ist gut und richtig. Dennoch muss sich die CDU-Ministerin dazu auch Fragen gefallen lassen. Seit zehn Jahren fordern Jugendschützer ein gesetzliches Vorgehen gegen Internet-Anbieter. Die sind zwar nicht verantwortlich für die Inhalte der Kinderporno-Seiten. Aber sie sind Türöffner für das vernetzte Verbrechen an Kindern.
Seit drei Jahren steht nun die große Koalition in der Verantwortung, das explosionsartig wachsende Sex-Geschäft mit Kindern einzudämmen. Und man kann nicht sagen, dass SPD und Union das Problem tatkräftig angepackt hätten. Auch Ministerin von der Leyen hat das Thema jetzt erst kurz vor Toresschluss entdeckt - rechtzeitig, um in der Öffentlichkeit damit zu punkten. Womöglich aber zu spät, um aus einer Ankündigung Nägel mit Köpfen zu machen.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
FR-Online.de möchte Lesern unter vielen Texten zielführende Diskussionen ermöglichen. Die Redaktion prüft Beiträge in verschiedenen Verfahren.