Der Überfall der Rebellen auf die die togoische Fußball-Nationalmannschaft ist zweifellos der angolanischen Regierung anzulasten. In ihrer Entschlossenheit, aller Welt zu beweisen, um welch friedliches und ordentliches Land es sich bei Angola handelt, hat sie alle Warnungen in den Wind geschlagen, auch die unruhige Enklave Cabinda als Austragungsort von immerhin sieben Spielen des Africa-Cups auszuwählen.
Diesen Übermut hat nicht allein Angola auszubaden. Schon mehren sich wieder die Stimmen derer, die seit Jahr und Tag vor der Austragung der ersten Fußballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden Mitte des Jahres am Kap der Guten Hoffnung warnen. Afrika sei eben doch ein Katastrophen-Kontinent heißt es, der mit der Organisation großer internationaler Sportereignisse überfordert sei.
Von Kenntnis veredelt sind solche Unkenrufe indessen nicht. Angola hat mit Südafrika etwa soviel gemein wie Albanien mit Norwegen. Und wer würde die Absage der Olympischen Spiele in London fordern, wenn im Baskenland wieder einmal eine Bombe explodiert?

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
FR-Online.de möchte Lesern unter vielen Texten zielführende Diskussionen ermöglichen. Die Redaktion prüft Beiträge in verschiedenen Verfahren.