Statistisch gesehen mögen die Zyniker recht haben: Die Fehlerquote ist gering. Mehr als zwei Millionen Menschen sitzen in den USA im Gefängnis. "Nur" 248 kamen seit 1989 dank moderner DNA-Analysen frei.
Immer aber geht es um Menschen, jeder Justizirrtum ist eine Tragödie. Daran erinnert erneut der Fall des James Bain. Der Mann saß in Florida 35 Jahre unschuldig hinter Gittern, länger als jeder andere in den USA, dessen Verurteilung später erschüttert wurde. Doch ein Einzelfall ist das nicht. Andere dürften länger im Gefängnis schmachten, ohne dass ihre Unschuld bislang erwiesen wurde. Wo es am Tatort keine DNA-Spuren gibt oder - was häufig vorkommt - Beweismaterial verschwindet, bleibt der Nachweis von Justizirrtümern oft unmöglich.
Menschen machen Fehler, auch Richter und Staatsanwälte, nicht nur in Amerika. Die Konsequenz muss unbedingte Sorgfalt heißen und der Grundsatz: im Zweifel für den Angeklagten. Und: keine Todesstrafe. 17 Menschen kamen in den USA nach DNA-Tests aus der Todeszelle frei. Wie viele wurden unschuldig hingerichtet?

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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