Der Rat einer Stiftung ist ein wichtiges Gremium, das die eigentliche Arbeit jedoch eher flankiert als dirigiert. In der politisch lange umstrittenen Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" sind die Mitglieder des Stiftungsrats für fünf Jahre bestellt. Institutionell handelt es sich um ein Kontrollgremium, das begleitende Aufgaben wahrnimmt. Der Bund der Vertriebenen (BdV) hat dieses Gremium zum Gegenstand eines Staatsschauspiels umfunktioniert. Erika Steinbach reüssiert darin als einsam kämpfende Jeanne dArc.
Die Entscheidung des BdV, weiter an Steinbach festzuhalten, sie jedoch abermals nicht für den Sitz im Rat der Vertriebenengedenkstätte zu nominieren, ist ein taktisches Manöver, das den Vorgang endgültig zu Farce werden lässt.
Steinbach und der BdV stilisieren sich als Opfer undemokratischer Gepflogenheiten und haben dabei längst jedes Augenmaß verloren. Noch ehe die Stiftung, deren Entstehen das Verdienst Steinbachs ist, ihre Arbeit so recht aufgenommen hat, wird deren Ansehen beschädigt. Kanzlerin Merkel sitzt dabei weiter im Parkett, als ginge es sie nicht an.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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