Dem in die Jahre gekommenen Stadtparlament kann das nur gut tun. Die Bürger stehen Kopf, die FDP ist beleidigt, die Linke geriert sich als Rächerin der Entnervten und die Flughafenausbaugegner versprechen eine genaue Analyse.
Wenn am heutigen Donnerstag in der Versammlung der Stadtverordneten die Sanierung der Brücken und die Umgestaltung des Mainfelds aufgerufen werden, lassen sich herrliche Kontroversen erwarten. Dann schlägt angesichts des Unmuts in der Stadtbevölkerung die Stunde des Parlaments, in dem grundverschiedene Überzeugungen zur Darstellung kommen könnten.
Während die Positionierungen bei der Sanierung der Brücken schnell zu überschauen sein dürften, gilt es im Zusammenhang mit dem Mainfeld im Wesentlichen Fragen zu klären. Denn warum fühlen sich die dortigen Mieter übergangen? Und wie buchstabiert man im Parlament eigentlich Partizipation, wenn es darum geht, Bewohner an dem teifgreifenden Wandlungsprozess ihres Quartiers zu beteiligen?
Fragen wie diese zu klären, kann nur im Sinne des Parlaments sein. Im Sinne der betroffenen, sich veräppelt fühlenden Bürger ist es ohnehin.