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Kommentar: Verwerten statt beseitigen

Schlägt mit dem Offenbacher Großversuch, aus Biomasse Energie zu schöpfen, das letzte Stündlein der Biotonne? Nicht unbedingt. Von Jörg Muthorst

Jörg Muthorst ist Redakteur der Frankfurter Rundschau.
Jörg Muthorst ist Redakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Die erste Hürde ist genommen. Als Biomasse, aus der sich neue Energie schöpfen lässt, stehen die aus Offenbachs Hausmüll gesiebten organischen Stoffe dem getrennt gesammelten Bioabfall aus der Tonne in nichts nach. Nun muss das neue Verfahren, das die Offenbacher mit ihren Rhein-Main-Partnern testen, zeigen, dass es das Zeug hat, per Vergärung im Reaktor des Biogaskraftwerks Ökostrom zu erzeugen. Denn das wäre die effektivste Variante bei dieser regenerativen Energiegewinnung.

Schlägt mit dem Offenbacher Großversuch das letzte Stündlein der Biotonne? Nicht unbedingt. Denn dort, wo sie sich bereits bewährt hat und ihr Einsatz dank des umweltbewussten Trennverhaltens der Haushalte effektiv ist, dürfte sich nicht viel ändern. Allerdings vermag sie nur wirtschaftlich zu sein, wenn gleichzeitig die Restmülltonne seltener geleert wird. Bei der Neueinführung der Biomüllverwertung oder auch bei problematischen Rahmenbedingungen wie im Ballungsraum könnte die nachgelagerte maschinelle Trennung eine ebenso bequeme wie rentable und umweltfreundliche Alternative sein. Verwertung statt Beseitigung: Letzten Endes ist es das, was zählt.

Autor:  Jörg Muthorst
Datum:  9 | 2 | 2010
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