Politik folgt nicht immer den Gesetzen der Logik, Günther Becksteins Rückzug schon. Der Wahlverlierer Huber geht. Der Wahlverlierer Beckstein bleibt? Offensichtlich: Quatsch. Also, tschüss Erwin, tschüss Günther! So weit so logisch. Horst Seehofer also als neuer Doppel-Whopper der CSU? Vor dieser nächsten Konsequenz schrecken die weißblauen Revolutionäre wider Willen vorerst zurück. Fragt sich: Wie lange? Das Personalkarussell lässt sich bremsen. Zu stoppen ist es nicht mehr.
Dazu gehört, dass der Machtkampf um die Nachfolge der Doppelverlierer personellen Ausdruck findet. Logisch. Die einst so mächtige Landtagsfraktion in München kann sich nicht einfach vom "Berliner" Seehofer beiseite drängen lassen. Dass die Möchte-gern-Ministerpräsidenten im Dreier-Pack antreten und vom Format her der Liga Huber/Beckstein angehören - nun ja, die Parteien können ihr Personal nicht backen.
Die Guinness-Buch-reife Niederlage hat der CSU eine Chance zur Erneuerung geschenkt, wie sie nur mit Helmut Kohls Spendenaffäre in der CDU zu vergleichen ist. Ein neuer Ministerpräsident heißt auch: Der Rest der Führungsriege in Partei, Fraktion, Kabinett steht zur Disposition. Das kann die Landtagsfraktion nicht allein entscheiden. Schon gar nicht auf einer einzigen Sitzung. Die ganze Partei muss einbezogen werden. Sie wird es wohl in Gestalt der mächtigen Bezirksfürsten. Sie haben ein Paket zu schnüren, das dem innerparteilichen Proporz entspricht. Oder eins nach Qualifikation. Nach Chancen für die Zukunft. Sie können die Chance der Katastrophe nutzen - oder sie verspielen. Da geht's nicht um Logik, sondern um politische Klugheit.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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