Für Frankreichs wenig populären Staatschef ist das ein herber Rückschlag. Der Rivale, den Nicolas Sarkozy im Fernsehen für schuldig erklärt und vor Gericht als Nebenkläger in die Enge getrieben hatte, ist freigesprochen worden. Es gebe keine Beweise dafür, dass der frühere Premier Dominique de Villepin den heutigen Präsidenten als Inhaber eines Schwarzgeldkontos verleumden ließ, haben die Richter entschieden.
Sarkozy hatte geglaubt, dem Widersacher das Stigma das Straffälligen verpassen und ihn in die Wüste schicken zu können. Stattdessen kann sich Villepin dem Volk nun als Opfer eines zur Selbstherrlichkeit neigenden Staatschefs empfehlen und erhobenen Hauptes auf die politische Bühne zurückkehren.
Bleibt die Frage, ob sich die Franzosen in Zeiten der Krise ausgerechnet einem volksfernen Aristokraten wie Villepin anvertrauen wollen. Am liebsten würden sie sich wohl abwenden. In dem Verleumdungsprozess hat sich die Politik einen Monat lang von ihrer hässlichsten Seite gezeigt: als eine Welt der Lügen und Intrigen. Die Verdrossenheit darüber wird beide treffen, Villepin wie Sarkozy.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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