Das Zaunprojekt könnt ihr dann ja noch als Konjunkturprogramm für die Baubranche abbuchen. Dann müsst ihr auch weniger Arbeitslose durchfüttern. Ihr müsst eure Abgrenzungspläne übrigens nicht von den USA abkupfern, ihr könnt von den Spaniern lernen, die haben Ähnliches schon mal in ihren nordafrikanischen Exklaven vorexerziert.
In jedem Fall werden wir Binneneuropäer euch das Abschotten vergelten. Wenn ihr euch die Finger schmutzig macht, brauchen wir uns nicht elend zu fühlen, wenn wir den Armen die Tür vor der Nase zuschlagen. Stimmt schon: Wir haben euch mit dem wachsenden Flüchtlingsproblem alleingelassen. Aber Spanien hat eine Lösung gefunden, siehe oben.
Italien ist mit den Libyern handelseinig geworden, und nun habt ihr quasi von ganz allein verstanden, dass auch ihr etwas tun müsst. Die Türken werden schon fertig mit den Flüchtenden, die nicht weiterkommen. Vielleicht beschert uns ihr unfeiner Umgang mit ihnen sogar einen ehrenhaften Grund, den EU-Beitritt weiterhin zu verweigern.
Hauptsache, Kerneuropa ist fein raus. Wir dürfen als Nabel der Demokratie nicht riskieren, dass unsere vorbildlichen Menschenrechtsstandards durch Hilfesuchende aus aller Welt herausgefordert werden. Die lassen wir jenseits der EU stranden. Dass nun noch mehr Menschen auf dem Weg ins goldene Europa sterben und noch mehr Schleuser von den Elenden zehren werden, das verdrängen wir. Und dabei, liebe Griechen, hilft euer Zaun gewaltig.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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