Der Kölner Anti-Islamisierungskongress wird als Triumph aufrechter Demokraten in Erinnerung bleiben - und als kläglich gescheiterte Inszenierung rechtsextremer Populisten. Selten hat eine Stadt ihren Widerwillen gegen braune Eindringlinge so einfallsreich kundgetan, selten haben sich Bürger, Gastwirte und Taxifahrer derart entschlossen gegen die Radikalen formiert. Gerade weil die Kölner den rechten Halunken so überlegen waren, hat das Kongress-Verbot der Sache der Demokraten nur geschadet. Die aus Sicherheitsgründen erlassene Order der Polizei ist der kleine Schönheitsfehler eines großen Sieges.
Das Verbot ist ärgerlich, weil es den Rechtsextremen einen juristischen Angriffspunkt liefert. Pro Köln und seine zweifelhaften Freunde werden die Meinungsfreiheit einfordern, die laut Verfassung selbst der unerträglichen Meinung zusteht. Die Kölner Polizei wird sich am Ende noch dafür rechtfertigen müssen, dass sie die Sicherheit der Bürger nicht mehr gewährleisten konnte. Es ist dann auch das Verdienst gewalttätiger linker Autonomer, dass Europas Rechte nach Köln weiter an der Legende stricken kann, der Staat verweigere ihr das Grundrecht der Meinungsäußerung.
Schade also, dass das Kongress-Verbot das wahre Ausmaß der rechten Peinlichkeiten ein wenig überdeckt. Europas Rechte zeigte sich in Köln als hilfloses Häuflein, das es noch nicht einmal vom Flughafen in die Stadt schaffte. Deutlicher ist lange nicht mehr sichtbar geworden, dass selbst organisierte Radikale gegen Zivilcourage nichts ausrichten können. Wer eine Anleitung sucht für einen Aufstand der Anständigen, in Köln war sie zu finden.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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