Es war keine gute Wahlnacht für Barack Obama: Bei den Gouverneurswahlen in Virginia und New Jersey wurde die Partei des US-Präsidenten abgestraft. Dafür mag es viele Erklärungen geben: schwache Kandidaten, die Wirtschaftskrise, deren soziale Folgen jeder Regierung angelastet werden, die geringe Beteiligung, die jener Partei hilft, deren Basis motivierter ist.
Im Moment sind das in den USA die Republikaner. Deren Hass auf Obama und seine Reformpolitik des aktiven Staats wirkt in Amerikas konservativem Lager wie ein Aufputschmittel. Wenn der Name Obama in Virginia und New Jersey auch nicht auf dem Stimmzettel stand, so sind die verlorenen Gouverneurswahlen für den Präsidenten gleichwohl ein Schuss vor den Bug.
Nur ein Jahr nach Obamas Triumph bröckelt seine Koalition. Die noch hohe Popularität bei Jungen und Schwarzen setzt sich nicht automatisch in Stimmen für andere Demokraten um. Von der "Change"-Bewegung war nichts mehr zu sehen. Wichtiger: Parteilose Wechselwähler haben zum ersten Mal seit fünf Jahren mehrheitlich republikanisch gewählt. Amerikas Mitte also gerät in Bewegung. Das wird bei den Demokraten die Nervosität vor der Parlamentswahl im Herbst 2010 steigern.
Wenn die Regionalwahlen vom Dienstag ein erster Stimmungstest waren, fällt er aber vielschichtig aus. Auch die Republikaner können nicht nur jubeln. Bei einer Nachwahl in New York haben sie nach mehr als 100 Jahren ein Kongressmandat verloren. Erzkonservative Einpeitscher um Amerikas rechte "Jeanne d´Arc" Sarah Palin hatten lieber einen Drittkandidaten unterstützt als die liberale Bewerberin der eigenen Partei.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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