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Kommentar: Weg aus der Kinderarmut

Das Konzept haben gestern Arbeiterwohlfahrt, Kinderschutzbund und andere Verbände vorgestellt und damit einen guten Weg aus der Kinderarmut gewiesen. Von Katharina Sperber

Katharina Sperber ist Politikredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Katharina Sperber ist Politikredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Am kommenden Wochenende eröffnet die SPD den Bundestagswahlkampf. Haben die Sozialdemokraten also noch eine knappe Woche, um eine gute Idee in ihr Wahlprogramm einzustricken: Grundsicherung für alle Kinder. Das Konzept haben gestern Arbeiterwohlfahrt, Kinderschutzbund und andere Verbände vorgestellt und damit einen guten Weg aus der Kinderarmut gewiesen. In Deutschland leben 2,4 Millionen Kinder in Armut und noch mal 1,5 Millionen Mädchen und Jungen sind akut davon bedroht. Niemand leugnet den Skandal, nur, wie der Missstand zu beheben sei, darüber gibt es seit Jahren kleinkarierten Streit zum Schaden der Kinder.

Jetzt liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, sauber argumentiert, handwerklich gut gemacht und ehrlich gegengerechnet. Die Parteien müssen nur noch zugreifen und sich die Kindergrundsicherung zu eigen machen. Einfacher geht es nicht. Der vorhandene Verhau aus Kindergeld, Kinderzuschlag, Kinderregelsatz, Ehegattensplitting, und was es noch alles an sogenannter Familienförderung gibt, wird abgeschafft, jedes Kind bekommt bis zum 27. Lebensjahr 500 Euro im Monat.

Das ist eine Investition in die Zukunft, weil aus satten und gebildeten Kindern irgendwann Arbeitnehmer werden, die Werte schaffen und Steuern zahlen, und keine Sozialfälle in dritter oder vierter Generation, die von der Gesellschaft alimentiert werden müssen. Besser als alle Abwrackprämien dieser Welt ist das, weil dieses Konjunkturprogramm Arbeitsplätze in Kindergärten und -horten, in Schulen und Musikkursen schafft und auch dann noch wirken wird, wenn die Krise längst vorbei ist.

Autor:  KATHARINA SPERBER
Datum:  15 | 4 | 2009
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