Rund 30 Prozent der hessischen Plankrankenhäuser sind im Besitz der Städte oder Landkreise. Die andere beiden Drittel befinden sich in kirchlicher oder privater Trägerschaft. Die Öffentlichen behandeln allerdings 60 Prozent aller Patienten. Das zeigt ihr hoher Stellenwert, welches Vertrauen sie bei der Bevölkerung besitzen.
Kommunale Krankenhäuser sind das Rückgrat der stationären Versorgung. Das hat Hessens Gesundheitsminister Jürgen Banzer (CDU) jüngst beim Neujahrsempfang der Lahn-Dill-Kliniken gesagt. Die Vielfalt der Krankenhausträger müsse gewahrt bleiben. Hoffentlich bleibt das nicht nur ein frommer Wunsch. Die Parlamente in den Städten und Landkreisen müssen umdenken. Nur wenn sie sich von der Kirchturmpolitik verabschieden, hat die öffentliche stationäre Gesundheitsversorgung noch eine Chance.
Gerade im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet benötigt nicht jede Klinik ihren eigenen Spezialisten, ihr eigenes hochmodernes Gerät. Es gibt schon viele gute Ansätze der Kooperation. Bei all dem muss die wohnortnahe Grundversorgung erhalten bleiben - in den Großstädten, aber auch auf dem flachen Land.