Hillary Clinton hat auf dem Parteitag der US-Demokraten getan, was sie tun musste: Sie hat sich unmissverständlich hinter Barack Obama gestellt. Ihre Rede war klar, unsentimental - und klug. Der Aufruf an ihre Anhänger, jetzt für Obama zu kämpfen, klang weder bitter noch halbherzig. In Denver hat sie Obama jene Brücke gebaut, die er braucht, um die von der langen Nominierungsschlacht seelenwunde Partei zusammenzuführen. Wichtiger: ihre 18 Millionen Wähler für sich zu gewinnen. Obamas Rede heute Abend ist dazu die erste Gelegenheit.
Clinton hat all die Gründe genannt, weshalb ein Hillary-Fan im November Obama wählen sollte: Sie waren Rivalen um die Macht, programmatisch aber nie weit auseinander. Ihre Ziele können mit einem Präsidenten Obama Wirklichkeit werden. Mit einem Präsidenten John McCain nicht. Nur, da täusche sich niemand: Selbst wenn Clinton sich mit der Niederlage abgefunden haben sollte, hat sie gewiss nicht vor, ins zweite Glied zurückzutreten. Solange er sie nicht einbindet, wird Obama den Schatten der Clintons neben sich spüren.
Interaktive Grafik: Parteitag der Demokraten

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
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