Wer sich die im Internet kursierenden Propaganda-Videos der rechtsextremen Heimattreuen Deutschen Jugend anschaut, dem kann es schlecht werden. Ehrenwachen für Gefallene, Fahnenappelle in Uniform, Fackelzüge - nicht umsonst heißt die Organisation im Jargon der Szene auch mal HJ wie die Hitlerjugend der NS-Zeit. Dass hier schon Siebenjährige mit braunem Gedankengut "regelrecht beschult" werden, wie die Polizei Rostock es nannte, steigert den Ekel noch.
Wer sein Kind versehentlich zur HDJ-Freizeit schickt, vielleicht wegen der germanischen Folklore und dem Zeltlagerleben an frischer Luft, der muss schon arg naiv sein. Es sind die Kinder von Neonazis, die hier im Auftrag ihrer Eltern auf den ganz rechten Weg gebracht werden sollen. Das elterliche Einverständnis macht ein staatliches Eingreifen zwar schwerer - aber auch Kinder von Extremisten haben ein Recht auf Schutz vor Indoktrination. Vor einem Bundesinnenministerium, dass es trotz aller Mahnungen nicht schafft, der HDJ-Bande das Handwerk zu legen, braucht sich die NPD nicht zu fürchten.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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