Wie viele Scheiben von Moscheen in Deutschland sind schon eingeschlagen worden? Wie viele antimuslimische Websites gibt es ? Wie viel tausendmal wurden Musliminnen und Muslime in Deutschland Opfer rechtsradikaler Drohungen, meist via Email und Internet? Keiner weiß es, keiner zählt es, und das könnte sich schwer rächen.
Gerade erst hat die Friedrich-Ebert-Stiftung in einer Studie festgestellt, dass islamfeindliche Einstellungen massiv um sich greifen. Spätestens seit dem Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini in Dresden ist klar, wohin die Hetze von rechts führen kann: Aus Worten können Taten werden, Bluttaten. Jetzt, da der islamistische Terror wieder in aller Munde ist, ist die Gefahr größer als sonst, dass Muslime zu Opfern von Einschüchterungen oder Übergriffen werden.
Wer den Anti-Islamismus effektiv bekämpfen will, braucht dafür verlässliche Daten. Antisemitische Straftaten werden vom Verfassungsschutz schon seit Jahren separat erfasst; das hat ihrer Bekämpfung gutgetan. Es gibt keinen Grund mehr, das bei Islamfeinden nicht zu tun.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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