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07. November 2014

Kommentar zu Biermann im Bundestag: Gegeifer statt Respekt

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Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU, oben) hat den Liedermacher Wolf Biermann (rechts) in den Bundestag eingeladen.  Foto: dpa

Bei der Feierstunde zum 25. Jubiläum des Mauerfalls opfert Bundestagspräsident Norbert Lammert den Respekt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Ein Kommentar.

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Bundestagspräsident Norbert Lammert hat klare Vorstellungen, wenn es um den Bundestag geht. Respektvollen Umgang miteinander wünscht er sich dort angeblich, bessere Reden und mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Bei der Feierstunde zum 25. Jubiläum des Mauerfalls hat er den Respekt nun der öffentlichen Aufmerksamkeit geopfert. Aus der Erinnerung an ein freudiges Ereignis wurde eine Krawallsitzung, ein Spektakel. Aus der Feier der Einheit ein Dokument von Unversöhnlichkeit und Trennung.

Liedermacher Wolf Biermann war zum Singen geladen. Er wollte sich dann das Reden nicht verbieten lassen, redete dann aber nicht, sondern geiferte. Seine Beschimpfungsarie gegen die Linkspartei war zwar ganz aggressiver Biermann-Ton und also wenig überraschend. Aber „Drachenbrut“ und „elender Rest“ – das ist, auch wenn sich Biermann damit selbst zitiert, nicht mehr nur Kritik, sondern diffamierend. Es ist auch nicht entschuldbar mit Bitterkeit und Schmerz angesichts der eigenen Biografie. Man muss die Linkspartei nicht bemitleiden, sie hat um die Angriffe geradezu gebeten. Bedauerlich ist die Angelegenheit aber für ein Parlament, dessen Präsident offenbar nichts Besseres zu tun hat, als bei einer Feierstunde einer der Fraktionen eins auswischen zu wollen.

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