Was sagen Sie dazu? Diskutieren Sie mit - schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Kommentar im Blog von Stephan Hebel.
So ist das am "Tag der Arbeit". Auf deutschen Plätzen sagen Gewerkschafter kluge und wahre Dinge. Dass an Löhnen und Kindergärten gespart wird, während die Gewinne steigen. Dass wir einen Mindestlohn brauchen, und vieles mehr. Aber immer weniger Menschen hören zu. Der Protest erschien auch in diesem Jahr wie ein mühseliges, altes Ritual.
Um das zu verstehen, muss man die Arbeitswelt anschauen, über die die Gewerkschaften reden. Die Designerin, die am Feiertag ihren Werkvertrag erfüllt, arbeitet so flexibilisiert wie die Kassiererin, die am verkaufsoffenen Sonntag schlecht bezahlt schuftet. Beide werden vielleicht zusammen gegen Nazis demonstrieren, immerhin. Aber nur eine von beiden wird sich angesprochen fühlen von IG Metall und Verdi.
Schonvoor einem geplanten Neonazi-Aufmarsch in Berlin ist es am Samstagvormittag zu ersten Konfrontationen zwischen der Polizei und Gegendemonstranten gekommen.
Foto: ddp
IG-Metall-Chef Berthold Huber holt vor tausenden Zuhörern auf dem Römerberg zum Rundumschlag aus.
Foto: Rolf OeserEin neues Klima der Solidarität müsste an den unterschiedlichen Arbeitsformen unserer Zeit nicht scheitern. Aber es scheitert in einem politischen Umfeld, das seit Jahren den organisierten Egoismus betreibt. Es ist gut, dass Gewerkschaften dagegen angehen. Allein aber werden sie die Wende nicht schaffen - schon gar nicht ohne neue Formen des Protests.
Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten
"Was können die Leserinnen und Leser jetzt tun, um der Frankfurter Rundschau zu helfen?", fragte die FR den Insolvenzverwalter Frank Schmitt im Interview.
Seine Antwort: An den Kiosk gehen und die Frankfurter Rundschau kaufen und Anzeigen schalten. "Alles, was aktuell zum Umsatz beiträgt, ist hilfreich."
Die Zeitung erhalten Sie aktuell im Solidaritäts-Abonnent.
Die preisgekrönte FR-App bekommen Sie ebenfalls im Abo als Paket mit unserem E-Paper oder im Einzelverkauf im App-Store und bei Google Play.
Anzeigen sind möglich in Zeitung, App und auf der Website. Der Verlag informiert über die Konditionen.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.