Am Ende offenbart der spektakuläre Wechsel der SPD-Linken Elke Tafel in die FDP viel über den Zustand der Sozialdemokratie. Es geht aber auch um die persönliche Entwicklung einer Politikerin, die nicht ohne Tragik ist.
Wer Tafels Werdegang in der Frankfurter SPD in den zurückliegenden 21 Jahren verfolgt hat, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Niederräderin überfordert war.
Sie wurde stellvertretende Unterbezirksvorsitzende, Galionsfigur des linken Flügels, planungspolitische Sprecherin: Tafel mühte sich, doch sie füllte diese Rollen nie ganz aus.
Als sie sich zu ihrer Freundschaft mit dem FDP-Politiker Volker Stein bekannte - den sie kürzlich heiratete - begann innerhalb der SPD ein übles Mobbing.
All das gehört zur Vorgeschichte dieses dennoch schwer begreiflichen Parteiübertritts. Natürlich schlägt Tafel jetzt ihren SPD-Parteifreunden und ihren Wählern ins Gesicht.
Natürlich hat sie jetzt ein massives Glaubwürdigkeitsproblem: Bisher war sie die einzige prominente Gegnerin des Flughafenausbaus in der Frankfurter SPD und kämpfte gegen Privatisierung - und jetzt in der FDP? Tafel setzt auf eine zweite Karriere. Es wäre besser, sie gäbe ihr Mandat zurück.