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24. Oktober 2012

Kommentar zu Gentechnik: Gewagte Experimente mit Embryonen

 Von Anne Brüning
Übertragung der Körperzelle von einer Frau in eine entkernte Eizelle. (Archivbild)  Foto: dpa

In den USA fördert der Staat Biologen, die menschliches Erbgut manipulieren. Die Ethikkommission schaut untätig zu - schließlich garantiere diese Forschung Frauen in Zukunft gesunde Kinder.

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Neues von Frankenstein? An der US-Westküste manipulieren Entwicklungsbiologen menschliche Eizellen. Sie vermischen das genetische Material von zwei Frauen und tauschen dazu die Zellflüssigkeit aus, als handele es sich um Motoröl. Dazu sind auch noch gespendete Eizellen notwendig. Das ist ethisch brisant. In Beaverton im US-Bundesstaat Oregon entstanden im Labor wenige Tage alte Embryonen mit korrigiertem Erbgut. Aus ihnen wurden Stammzellen gezüchtet.

Grund zum Gruseln bietet der jetzt vorgestellte Ansatz für eine Therapie allerdings nur bedingt. Immerhin fanden die Experimente nicht in dubiosen Privatlaboren statt, sondern an einer renommierten universitären Einrichtung, kontrolliert von einer Ethikkommission. Die vorbereitenden Experimente an Rhesusaffen wurden sogar öffentlich gefördert – von den Nationalen Gesundheitsinstituten der USA. Und die Forscher haben Ehrenwertes im Sinn: Sie wollen Frauen mit bestimmten Erbkrankheiten zu gesunden Kindern verhelfen.

Skepsis ist dennoch angebracht. Denn auf dem Weg zu einer solchen Therapie müsste noch weitaus mehr mit Äffchen und menschlichen Eizellen experimentiert werden. Und bei ersten klinischen Versuchen wäre die bange Frage, ob die so entstehenden Kinder wirklich keinen Schaden davontragen. Gewagt, gewagt, bei Krankheiten, die äußerst selten sind.

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