Aktuell: Museumsuferfest Frankfurt | Türkei | US-Wahl | FR-Serie: Fintechs
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

30. Januar 2011

Kommentar zu Nahost: Israel muss umdenken

 Von 

Jetzt, da das Volk in Ägypten nach Freiheit, Würde und Gerechtigkeit verlangt, ist Israel geradezu erschrocken.

Drucken per Mail

Israels Premier Benjamin Netanjahu hat sich gern und oft über die Demokratiedefizite in der arabischen Welt ausgelassen. Er hat sie sogar zu den größten Hindernissen gezählt, um Frieden zu schließen. Doch jetzt, da das Volk in Ägypten nach Freiheit, Würde und Gerechtigkeit verlangt, ist Israel geradezu erschrocken. Hatte man sich doch jahrzehntelang und durchaus komfortabel mit dem „Ancien Régime“, dem alten System Mubarak, arrangiert. Der Frieden mit Kairo war zwar kühl, aber stabil. Auf Mubarak war Verlass.

Jetzt müssen die Israelis zusehen, wie diese Partnerschaft den Bach heruntergeht, und es macht ihnen Angst. Es ist ja nicht nur Ägypten, das womöglich wegbricht als verlässliche Konstante im israelischen Sicherheitskonzept. Auch das enge Verhältnis zur Türkei, jahrelang eine israelische Verbündete, ist infolge von Gaza-Krieg und „Free-Gaza-Flottille“ in die Brüche gegangen. Israel muss befürchten, in eine neue regionale Isolation zu geraten. Und das, nachdem der nationalrechte Kurs der Netanjahu-Regierung international viel an Sympathien für Israel verspielt hat.

Derweil zeichnet sich tatsächlich ein neuer Naher Osten ab. Ob er am Ende demokratischer und menschenrechtsfreundlicher sein wird als der altbekannte, ist zwar noch lange nicht raus, ebenso wenig, ob er dem Westen am Ende gefällt. Doch in der neuen Entwicklung liegt eine Chance – auch für Israel. Nutzen können wird es sie am ehesten, wenn es bereit ist, seine Politik zu verändern und die Besatzung zu beenden. Denn auch das zeigt der Niedergang des Mubarak-Regimes: Auf Repression ist keine Zukunft zu bauen.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Burkini-Urteil

Ein Funken Vernunft im emotionalen Dunkel

Von  |
Teilnehmerinnen einer Protestveranstaltung vor der französischen Botschaft in London. 

Das begrüßenswerte Burkini-Urteil bringt Frankreich keinen Rechtsfrieden. Dazu müssten Politiker die wahren Probleme lösen, statt auf Nebenkriegsschauplätze auszuweichen.  Mehr...

Südafrika

Das Ende einer Ära

ANC-Parteichef Jakob Zuma.

Wahlniederlagen des ANC haben die Partei Nelson Mandelas geschockt. Nun steht Südafrika vor stürmischen Zeiten. Der ANC wird mit allen Mitteln die verbliebene Macht verteidigen. Der Leitartikel.  Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung