Die beste Nachricht für Rot-Grün in Düsseldorf kommt direkt aus der Nachbarschaft: Im Landtag hat die CDU noch keine klare Idee, wie sie ihren Oppositionsraum künftig gestalten soll. Die Arbeiterführer-Girlanden aus der Rüttgers-Ära hängen lassen? Oder lieber entrümpeln und sich ein schickes, modernes Loft-Interieur zulegen?
Beide Varianten haben ungefähr gleich viele Anhänger. Das hat die Wahl des Fraktionschefs gezeigt, in der Karl-Josef Laumann (Herz-Jesu-Sozialist vom Lande) nur äußerst knapp vor Armin Laschet (angegrünter Großstädter) gelandet ist. Der traditionelle landsmannschaftliche Riss durch die CDU in Nordrhein-Westfalen, von Rüttgers mühsam gekittet, bricht jetzt programmatisch auf.
Dass sich die Minderheitsregierung von SPD und Grünen listig in die Lücken zwängen und die notwendigen Unterstützer für ihre Projekte aus den Reihen der Union gewinnen könnte, dürfte eine Illusion sein. Ein Mindestmaß an Geschlossenheit der Seinen wird Laumann schon organisieren. Aber als tonangebende Kraft muss Rot-Grün die Union im politischen Streit vorerst nicht fürchten.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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