Aktuell: Serie: Liebe | Flucht und Zuwanderung | Tugce | Regionale Startseite
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

28. Oktober 2012

Kommentar zu Rechtsextremisten: Tödliche Sorglosigkeit des Ministers

 Von Brigitte Fehrle
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).  Foto: dapd

Von den 110 untergetauchten Rechtsextremen würden nur 18 wegen politischer Taten gesucht, heißt es von Bundesinnenminister Friedrich. Das sind erstens 18 zu viel. Zweitens verrät die Desinformation von Friedrich viel über dessen Sorglosigkeit und Desinteresse.

Drucken per Mail

Es war eine alarmierende Botschaft, die Innenminister Friedrich in der vergangenen Woche verkündete. 110 Rechtsextremisten seien in Deutschland untergetaucht. Alle würden mit Haftbefehl gesucht.

Mit Stand vom Wochenende sind die 110 auf 18 geschrumpft. Friedrichs Staatssekretär musste korrigieren. 18 werden wegen rechtsterroristischer Straftaten gesucht. Die restlichen 92 wegen Verkehrsdelikten, Schmierereien oder ausstehenden Unterhaltszahlungen. Das sollte uns nicht beruhigen. 18 sind zwar keine 110, aber eben doch 18 zu viel. Und unsere Sicherheitsdienste wissen offensichtlich heute über diese genauso wenig, wie in der Vergangenheit über das mordende Trio Mundlos, Böhnhardt, und Zschäpe.

Audio: Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich zu Rechtsextremisten

Mindestens so beunruhigend aber ist die Schludrigkeit, mit der der Innenminister mit Zahlen umgeht. Ist zu viel verlangt, dass er sich genau kundig macht, bevor er die Öffentlichkeit informiert? Oder steckt hinter der alarmistischen Desinformation des Ministers Absicht? Aber welche? Viel wahrscheinlicher ist, dass sich in der leicht hingeworfenen Zahl 110 Sorglosigkeit und Desinteresse ausdrückt.

Nur wer die Sache nicht ernst nimmt, dem kann egal sein, ob im Untergrund 18 oder 110 terroristische Zeitbomben ticken. Es ist kaum zu fassen, aber offensichtlich nehmen die Politik, nimmt der zuständige Minister die Gefahr so wenig ernst, wie seine Vorgänger in den vergangenen 10 Jahren.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

USA und IS

Die Allianz muss umdenken

Von  |
Ein Mitglied der Terrormiliz IS: Nur mit militärischen Mitteln ist der Kampf gegen den Terrorismus nicht zu gewinnen.

Das US-geführte Bündnis wird die Terrormiliz des IS nur dann zurückdrängen können, wenn es sein militärisches Vorgehen politisch und wirtschaftlich ergänzt. Der Leitartikel. Mehr...

Leitartikel

Aufstand der Zwerge

Wird die Uhr im Stadion des HSV am Samstag für immer abgestellt?

Der Abstieg des Hamburger SV aus der Fußball-.Bundesliga wäre eine gerechte Strafe für Maß- und Konzeptlosigkeit. Mehr...

FR-Schwerpunkt

Liebe. Nichts für Feiglinge.

 

Sie überwältigt, beglückt, fordert, treibt an. Ist Drama und Komödie, Sehnen und Verzweiflung. Liebe ist eine scharfe Waffe, für die Wirtschaft ein Riesengeschäft, für Politik und Religion ein Instrument, das mit Kalkül eingesetzt wird.

Wir finden Worte für die Liebe - im Schwerpunkt der Frankfurter Rundschau im Mai und Juni.

Hinweis: Unser Vertrieb bietet dazu ein vergünstigtes sechswöchiges Digital-Abo für das ePaper sowie unsere iPad- und Android-App an.

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung