Auf die Gefahr hin, uns zu wiederholen: Thilo Sarrazin muss weg. Ein Bundesbank-Vorstand, der auf Kosten von Minderheiten platteste Klischees bedient, ist untragbar. Da rettet ihn auch der mildernde Umstand nicht, dass es sich bei ihm um einen republiknotorischen Quartalsirren handelt.
Aber: Stephan Kramer muss mit. Ein Generalsekretär des Zentralrats der Juden, der sogleich die Hitler´sche Weltverschwörung wittert, der durch eilige Gleichsetzung von Sarrazins Schnodderschnauze mit Goebbels Vernichtungspropaganda die Verbrechen der Nazis verharmlost - der passt auch nicht in sein Amt. Er betreibt im Übereifer die Banalisierung des Grauens.
Es spricht nicht für Sarrazin, dass er in seinen Gegnern niedere Instinkte weckt, sie zu ähnlich plumpen Bildern und Analogien anstiftet, wie er selbst sie im Interview gebrauchte. Es spricht aber ebenso wenig für seine Kritiker, wenn sie derart die Contenance verlieren. Deswegen: Wenn sie schon, wie zu erwarten ist, beide nicht zurücktreten - schweigen sollen sie und nachdenken, bevor sie das nächste dreiste Wort verbreiten.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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