Solange der Bürgerkrieg nicht die Hauptstadt Damaskus und die Wirtschaftsmetropole Aleppo erfasst, kann sich das Regime von Präsident Assad sicher fühlen. Fast ein Drittel der Syrer leben in diesen beiden Metropolen, darunter die Stützen des Regimes aus Regierung, Verwaltung, Militär, Geheimdiensten und Partei. Jetzt aber wird von Gefechten in der Hauptstadt berichtet, den heftigsten seit Ausbruch des Aufstandes.
Trotzdem lässt sich daraus nicht folgern, dass das Ende des Assad-Regimes bald bevorsteht. Ruhig war es insbesondere in Damaskus schon in den vergangenen Monaten nicht mehr. Die Gefechtsmeldungen lassen sich wie immer nicht zweifelsfrei überprüfen. Und wenn sich Assad auf eines verlassen kann, dann auf die Hunderttausenden Profiteure des Systems und noch immer auf die Millionen Ängstlichen, die bei einem Umsturz alles oder viel zu verlieren haben.
Militärisch hat das Assad-Regime noch immer die Oberhand. So ist von den Szenarien für die Entwicklung in Syrien das wohl wahrscheinlichste: Das Land zersplittert, die Grenzregionen sowie Sunniten-Hochburgen werden von den Aufständischen kontrolliert. In den anderen Teilen mitsamt Aleppo und Damaskus behalten Assads Sicherheitskräfte die Oberhand. Der Bürgerkrieg aber geht hier wie dort weiter.
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