Aktuell: Polizeigewalt in Ferguson | Burger King | Eintracht Frankfurt | Fußball-News | Polizeimeldungen Frankfurt/Rhein-Main

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

02. Oktober 2012

Kommentar zu Wahl in Georgien: Vage Hoffnung auf Demokratie

 Von Ulrich Krökel
Oppositionelle protestieren gegen Präsident Georgian Mikhail Saakashvili. Foto: dpa

Vor der Parlamentswahl in Georgien ziehen Videos von folternden Polizisten und Massenprotesten die Aufmerksamkeit auf sich. Sie verstellen den Blick auf die Wirklichkeit eines Landes, das für Europa und die USA von herausragender Bedeutung ist.

Drucken per Mail

Der Kaukasus gerät meist dann ins Blickfeld der europäischen Öffentlichkeit, wenn sich Hass und Gewalt Bahn brechen. Vor der Parlamentswahl in Georgien am Montag zogen Videos von folternden Polizisten und Massenprotesten die Aufmerksamkeit auf sich. Die dramatischen Bilder aus dem „wilden Kaukasus“ verstellen aber den Blick auf die Wirklichkeit eines Landes, das für Europa und die USA von herausragender strategischer Bedeutung ist. Das liegt nicht nur an den Pipelines, die Öl und Gas vom Kaspischen Meer durch Georgien nach Westen transportieren. Das Land ist neben der Ukraine auch der einzige Nachfolgestaat der UdSSR, der entfernt Anlass zu demokratischer Hoffnung gibt. Sollten dort Freiheit und Rechtsstaatlichkeit siegen, könnte das Signal langfristig auf die gesamte postsowjetische Region ausstrahlen.

Entscheidend ist weniger der Wahlausgang vom Montag als vielmehr der Umgang mit dem Ergebnis. Zwei machtbewusste Männer stehen sich in Georgien gegenüber. Der Multimilliardär Bidsian Iwanischwili führt die Opposition gegen Präsident Michail Saakaschwili an. Beide nehmen für sich in Anspruch, prowestlich ausgerichtet zu sein und die Demokratie zu fördern. Eine Chance auf mehr Demokratie hat Georgien aber nur, wenn beide Konkurrenten sich den Regeln des freien politischen Wettstreits unterwerfen.

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Ressort

Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten


Thema
Blockupy-Demo am 22. November 2014 in Frankfurt

In Ferguson erschießt der weiße US-Polizist Darren Wilson den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown. Er wird nicht angeklagt und verteidigt sein Handeln. Dagegen regt sich Protest im ganzen Land. Sehen Sie dazu unsere Fotostrecke.

Das Thema im Überblick:

Aktuell: Polizei-Schütze Wilson hat reines Gewissen
Kommentar: Benachteiligte reagieren mit Gewalt
Interview: US-Experte Christian Lammert über die Benachteiligung der Schwarzen
Hintergrund: Struktureller Rassismus

FR-Schwerpunkt

Was ist gerecht?

Was ist gerecht?

WIRKLICH? Wie ungleich darf eine Gesellschaft sein – und was ist eigentlich Gerechtigkeit? Der große Schwerpunkt der Frankfurter Rundschau.

FR-Online: Ergänzende Informationen und ausgewählte Texte zum Thema im Online-Dossier.

iPad-App: Alle großen Stücke des Schwerpunkts - interaktiv in preisgekrönter Aufbereitung. Informationen und Bestellformular.

Zeitung: Sämtliche Analyen und Interviews im Vorteils-Abonnement - keine Folge verpassen und dabei noch anderen helfen. Das ist gerecht. Bestellformular.

Wie würden Sie Deutschland gerechter machen? Gibt es eine Ungerechtigkeit, der die Frankfurter Rundschau unbedingt nachgehen sollte? Reden Sie mit - auf unserer interaktiven Webseite.

STUDIE! Die FR möchte auch nach wissenschaftlichen Maßstäben das Gerechtigkeitsempfinden erforschen. Nehmen Sie teil an unserer Umfrage!

Videonachrichten Politik