Aktuell: Fußball-EM 2016 | US-Wahl | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

02. Oktober 2012

Kommentar zu Wahl in Georgien: Vage Hoffnung auf Demokratie

 Von Ulrich Krökel
Oppositionelle protestieren gegen Präsident Georgian Mikhail Saakashvili.  Foto: dpa

Vor der Parlamentswahl in Georgien ziehen Videos von folternden Polizisten und Massenprotesten die Aufmerksamkeit auf sich. Sie verstellen den Blick auf die Wirklichkeit eines Landes, das für Europa und die USA von herausragender Bedeutung ist.

Drucken per Mail

Der Kaukasus gerät meist dann ins Blickfeld der europäischen Öffentlichkeit, wenn sich Hass und Gewalt Bahn brechen. Vor der Parlamentswahl in Georgien am Montag zogen Videos von folternden Polizisten und Massenprotesten die Aufmerksamkeit auf sich. Die dramatischen Bilder aus dem „wilden Kaukasus“ verstellen aber den Blick auf die Wirklichkeit eines Landes, das für Europa und die USA von herausragender strategischer Bedeutung ist. Das liegt nicht nur an den Pipelines, die Öl und Gas vom Kaspischen Meer durch Georgien nach Westen transportieren. Das Land ist neben der Ukraine auch der einzige Nachfolgestaat der UdSSR, der entfernt Anlass zu demokratischer Hoffnung gibt. Sollten dort Freiheit und Rechtsstaatlichkeit siegen, könnte das Signal langfristig auf die gesamte postsowjetische Region ausstrahlen.

Entscheidend ist weniger der Wahlausgang vom Montag als vielmehr der Umgang mit dem Ergebnis. Zwei machtbewusste Männer stehen sich in Georgien gegenüber. Der Multimilliardär Bidsian Iwanischwili führt die Opposition gegen Präsident Michail Saakaschwili an. Beide nehmen für sich in Anspruch, prowestlich ausgerichtet zu sein und die Demokratie zu fördern. Eine Chance auf mehr Demokratie hat Georgien aber nur, wenn beide Konkurrenten sich den Regeln des freien politischen Wettstreits unterwerfen.

[ Wie wollen wir wohnen? Die neue FR-Serie - jetzt digital oder gedruckt vier Wochen lang ab 19,50 Euro lesen. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Österreich und die Folgen

Mehr Politik wagen

Von  |
Von Adenauer bis Merkel: In der Politik herrscht das Geschacher und Kleinklein. Es fehlen die Visionen.

Alle suchen nach Mitteln gegen Rechtspopulisten. Das einfachste ist: Probleme benennen, Lösungen erarbeiten und umsetzen. Oder blumiger: Es sind Visionen nötig. Der Leitartikel. Mehr...

Österreich

Ein Sieg des letzten Aufgebots

Van der Bellen wurde nicht nur von Grünen gewählt, auch Konservative gingen für ihn an die Urne, um Hofer zu verhindern.

Die Wahl Alexander van der Bellens zum österreichischen Präsidenten hat das Land nicht grundlegend verändert. Der Kampf gegen die Ultrarechten fängt jetzt richtig an. Der Leitartikel. Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung