Nein, Guido Westerwelle hat natürlich kein diplomatisches Porzellan in Israel zerbrochen. Wer das erwartet hat, der unterschätzt die Ernsthaftigkeit, mit der sich Westerwelle seiner neuen Aufgabe widmet. Dennoch ist der Antrittsbesuch in Israel für einen deutschen Außenminister im Allgemeinen eine heikle Angelegenheit, für Guido Westerwelle im Besonderen, weil das längst vergessen geglaubte Kapitel Möllemann noch einmal, ein letztes Mal aufgeschlagen worden ist.
Der Außenminister war deshalb sehr darum bemüht, sich in die Kontinuität seiner Vorgänger zu stellen und das Besondere an den Beziehungen zwischen beiden Ländern zu betonen. Der 47-Jährige hat die Verantwortung angenommen, die sich aus dem Holocaust ableitet. Keine Rede und kein Bildtermin, die nicht auch diese unterschwellige Botschaft transportieren sollten.
Noch ist im Auftritt Westerwelles viel Symbolik und Pose, nun muss er beweisen, dass er in seinem Amt nicht nur eine gute Figur machen, sondern wirkliche Impulse setzen will. Das wird seine eigentliche Herausforderung werden.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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